Das Leben als Autorin ist eine faszinierende Reise voller kreativer Inspirationen und gleichzeitig eine Herausforderung, die viel Selbstdisziplin erfordert. In meinem Alltag erlebe ich genau dieses Spannungsfeld – zwischen dem freien Fluss der Ideen und der notwendigen Struktur, um Projekte erfolgreich abzuschließen.
In diesem Artikel teile ich mit dir, wie ich diese Balance finde, welche Rituale mir helfen und wie ich mit den unvermeidlichen Herausforderungen und Selbstzweifeln umgehe. So kannst auch du deinen Schreibprozess produktiv und erfüllend gestalten.
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Kreativität braucht Raum, Zeit und Pflege
Kreativität ist das Herzstück des Schreibens. Sie entsteht oft in Momenten, in denen ich frei und unbeschwert denken kann – sei es bei einem Spaziergang in der Natur, beim Lesen eines inspirierenden Buches oder einfach beim bewussten Innehalten.
Ich habe gelernt, dass Kreativität Raum und Zeit braucht, um sich zu entfalten. Deshalb plane ich bewusst Phasen ein, in denen ich ohne Druck und Zeitzwang Ideen sammeln, träumen und experimentieren kann.
Diese Phasen sind für mich essenziell, um neue Geschichten, Figuren und Perspektiven zu entwickeln. Kreativität ist kein linearer Prozess – sie folgt ihren eigenen Rhythmen und braucht Geduld und Achtsamkeit.
Selbstdisziplin als Schlüssel zum Erfolg
Doch so wichtig die Kreativität ist – ohne Selbstdisziplin bleiben viele Ideen unvollendet. Deshalb habe ich feste Schreibzeiten in meinen Alltag integriert, die mir helfen, regelmäßig und fokussiert zu arbeiten. Ich habe einen Vollzeitjob, der mich den Hauptteil des Tages einbindet. Komme ich nach Hause, ruhe ich mich etwas aus, erledige Dinge im Haushalt und setze mich um 19 Uhr an den Autorinnenschreibtisch. Um 22 Uhr ist Schluss und ich meditiere noch ca. 10 Minuten, um dann in einen ruhigen Schlaf zu finden.
Diese Struktur gibt mir Halt und sorgt dafür, dass ich auch an Tagen, an denen die Inspiration fehlt oder ich mich unmotiviert fühle, dranbleibe. Natürlich habe ich Tage, an denen ich überhaupt keine Lust zum Schreiben habe oder einfach zu müde bin. Dann sage ich mir: „Nur 10 Minuten!“ und das funktioniert hervorragend. Der Gedanke daran, drei Stunden zu schreiben, ist nicht so übermächtig und nur zwei Mal habe ich in der Vergangenheit tatsächlich nach 10 Minuten abgebrochen.
Selbstdisziplin bedeutet für mich nicht, mich zu quälen oder unter Druck zu setzen, sondern eine liebevolle Verbindlichkeit mit mir selbst einzugehen.
Ich setze mir realistische Ziele, plane Pausen ein und erlaube mir auch mal einen Tag ohne Schreiben, wenn ich ihn wirklich brauche.
Rituale, die meinen Schreiballtag unterstützen
Rituale sind für mich wichtige Anker, die meinen Tag strukturieren und mir helfen, in den Flow zu kommen.
Zum Beispiel starte ich jeden Morgen mit einem Dankbarkeitsritual und einem kurzen Gebet, das da lautet: „Zeig mir all die schönen Dinge, die sich heute für mich bieten.“ Das beruhigt meinen Geist und hilft mir, mich auf einen guten Tag einzustimmen.
Mein Arbeitsplatz ist bewusst aufgeräumt und gemütlich gestaltet – mit einer Tasse Kaffee, angenehmer Beleuchtung und einer weißen Kerze, die ich entzünde. Weshalb sie weiß sein muss? Ehrlich? Keine Ahnung. Vielleicht weil sie für Klarheit und Reinheit im Zusammenhang steht. Jedenfalls für mich. Die Tür ist geschlossen und es ist still im Raum.
Diese kleinen Gewohnheiten schaffen eine Atmosphäre, in der ich mich wohlfühle und produktiv arbeiten kann.
Umgang mit Herausforderungen und Selbstzweifeln
Im Schreibprozess begegnen mir immer wieder Selbstzweifel und Unsicherheiten. Gedanken wie „Bin ich gut genug?“ oder „Wird das jemand lesen wollen?“ sind normal und gehören zum kreativen Prozess dazu.
Ich habe gelernt, diese Zweifel anzunehmen, ohne mich von ihnen lähmen zu lassen. Stattdessen schreibe ich weiter, auch wenn ich mir unsicher bin. Im Grunde schreibe ich in erster Linie für mich, weil ich mich frage: „Was würde ICH lesen wollen?“
Der Austausch mit anderen Autorinnen und Autoren, Schreibgruppen oder Mentoren ist eine wichtige Quelle der Motivation und Inspiration. Feedback hilft mir, meine Arbeit aus einer neuen Perspektive zu sehen und weiterzuentwickeln.
Praktische Tipps für deinen Schreiballtag
- Plane feste Schreibzeiten: Reserviere dir täglich oder mehrmals pro Woche feste Zeitfenster zum Schreiben.Setze realistische Ziele: Kleine Etappenziele motivieren und verhindern Überforderung. Das gilt auch für die Abgabetermine zum Lektorat, dem das Korrektorat folgt.Nutze Rituale: Finde kleine Gewohnheiten, die dir helfen, in den Schreibfluss zu kommen.
- Akzeptiere Pausen: Kreativität braucht Erholung – gönn dir Auszeiten. Ich stelle mir den Wecker und jede Stunde stehe ich auf, mache Dehn- und Streckübungen oder laufe zum Beispiel in den Keller, um die Wäsche nach einem Waschgang aufzuhängen. Zehn Minuten reichen völlig aus. Du glaubst nicht, was alles in dieser Zeitspanne erledigt sein kann. Dann geht’s wieder an den Schreibtisch.
- Suche Austausch: Vernetze dich mit anderen Autorinnen und Autoren.
- Notiere Ideen sofort: Halte Inspirationen fest, bevor sie verfliegen. Dein Handy hast du vermutlich immer dabei, spreche deine Gedanken sofort auf oder tippe sie in die Notizfunktion.
Fazit:
Das Leben als Autorin ist ein ständiges Wechselspiel zwischen Kreativität und Selbstdisziplin. Mit festen Ritualen, klaren Strukturen und der Bereitschaft, auch schwierige Phasen anzunehmen, gelingt es mir, meinen Schreiballtag erfolgreich und erfüllend zu gestalten
Wenn du selbst schreibst, lade ich dich ein, deine eigene Balance zu finden und deinen kreativen Prozess liebevoll zu begleiten.
Bis bald!
Deine Elke